Da uns Schweden im Jahr 2023 so sehr begeistert hatte, unternahmen wir 2024 gleich zwei Reisen nach Schweden, um dort unser Kanucamping-Abenteuer fortzusetzen. Dieses Mal wollten wir jedoch ein Binnengewässer nach unseren eigenen Vorlieben auswählen und ein Kanu direkt vor Ort mieten. Gesagt, getan – unser Ziel war es, den zehntgrößten See Schwedens, den Bolmen, zu erkunden. Die Fahrt von Magdeburg dorthin war äußerst entspannt. Für die Überfahrt wählten wir die Fähre von Rostock nach Trelleborg. Auf der Fähre hatten wir eine gemütliche Kabine, in der wir uns ausruhen und schlafen konnten; die Überfahrt dauerte angenehme sechs Stunden.
In Bolmen angekommen, am Campingplatz „Marin & Fritid“, erfreuten wir uns der Tatsache, dass wir unser Auto dort kostenlos abstellen durften. Besonders angenehm war, dass die Besitzer des Campingplatzes Deutsche waren, was jegliche Kommunikationsprobleme ausschloss. Unser Kanu hatten wir bereits im Voraus online reserviert und nun beglichen wir die restliche Rechnung an den Vermieter. Die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa 130€.
In diesem Jahr haben wir uns entschieden, uns klar vom vergangenen Jahr abzuheben – fest entschlossen, unseren Freund Mario für die Outdoortour zu begeistern, warben wir voller Enthusiasmus für dieses Abenteuer. Beim zweiten Mal erweiterten wir unsere Gruppe und luden Sandros Bruder Robin ein, den wir für das Kanucamping faszinieren konnten. Daher legten wir besonderen Wert darauf, das Outdoor-Feeling und die Erlebnisse für unsere Freunde und Verwandten zu vermitteln, sodass das Filmen etwas in den Hintergrund trat. Die tiefen Einblicke wie im Videoteil 1 fehlen deshalb fast vollständig. Ein weiteres Ziel war es, das Bushcrafting zu verfeinern, Ideen und Impressionen umzusetzen und dabei Dinge zu lernen, wie das Feuer machen mit dem Feuerstahl.





















Große Strecken fuhren wir nicht, ganz im Gegensatz zum Jahr 2023. Wir hielten es vorgezogen, relativ stationär zu bleiben, im Einklang mit dem, was das Jedermannsrecht zulässt. Unser primäres Ziel war es, den Stress und die Einflüsse der Außenwelt hinter uns zu lassen, um wirklich „eins mit der Natur“ zu werden, wie man so treffend sagt. Klar, das klingt vielleicht kitschig, aber man muss es selbst erlebt haben, um nachvollziehen zu können, was absolute Ruhe und Abgeschiedenheit mit einem Menschen anstellen. Die Besinnung auf die Natur und das unmittelbare Geschehen um einen herum ist tiefgreifend. Man passt sich tatsächlich relativ schnell an und gelangt schließlich an einen Punkt, an dem der Wunsch, zurückzukehren, schwindet. Was mich jedoch stets zurück in die Realität zieht, ist die Verpflichtung zu arbeiten, um den Lebensunterhalt zu sichern – ohne Geld gibt es schließlich nichts zu essen. Hätte man ausreichend zu essen, wäre ich längst in irgendein Outback gezogen, um dort meine Tage zu verbringen und die Ruhe zu genießen. Doch wir wollen uns nicht beklagen, denn was bringt es, das Positive nicht zu würdigen? Ganz klar – wenn wir wieder zu Hause sind, schätzen wir unser bequemes Bett, die Kaffeemaschine und die warme Dusche. Luxusartikel, die aus unserem Leben kaum wegzudenken sind, erscheinen uns erneut als das, was sie sind – wahre Luxusartikel. Vor einigen Jahrhunderten wären sie unvorstellbar gewesen…
Mich überkam das Gefühl, als ob ich all das bereits kenne – als wäre es mir nicht neu und ich daher nicht so begeistert wie bei der ersten Tour. Geht es euch auch manchmal bei euren Touren so?
Ich nutzte die Gelegenheit, um mein neues Angelset auf die Probe zu stellen, die neu erworbenen Werkzeuge sowie die hochwertigen Klamotten von Helikon Tex eingehend zu testen. Wir verbrachten viel Zeit mit tiefgründigen Gesprächen und schwiegen in stiller Einkehr, was es uns ermöglichte, die Ruhe der Natur in vollen Zügen auszukosten. Einfach nur dasitzen und auf das Wasser zu blicken, während der Wind die Wellen sanft hin- und hertrieb, war ein wahres Vergnügen. Das Angeln selbst blieb letztlich erfolglos; mehr als zwei Stücke Treibholz konnte ich nicht an Land ziehen. Doch das ist nicht der Punkt – beim nächsten Mal! Vielleicht war es einfach die falsche Zeit, der falsche Ort oder der falsche Köder. Who knows?

Fazit: Beide Reisen waren äußerst aufschlussreich und haben unser Wissen erheblich erweitert. Wir haben unter anderem festgestellt, dass Rucksäcke bei einer Canoe-Camping-Tour völlig unpraktisch sind. Im Kanu kann man eine Zuladung von bis zu 450 kg transportieren. Jedes Mal hatten wir mit Feuchtigkeit und nassen Zelten sowie Schlafsäcken zu kämpfen, da die harschen Bedingungen von starkem Regen und Wind unsere Ausrüstung stark beanspruchten. Für das Jahr 2025 haben wir uns daher vorgenommen, unsere Kanureisen zu optimieren, indem wir ausschließlich mit Lebensmitteltonnen arbeiten. Diese werden wir an den Griffen mit Paracord verbinden, um sicherzustellen, dass alles trocken bleibt und im Falle eines Kenterns an der Wasseroberfläche schwimmt. Da Gewicht in diesem Kontext kaum eine Rolle spielt, können wir zudem wesentlich mehr Ausrüstung in Form von Technik und Werkzeugen mitnehmen. Auch in Bezug auf die Praktikabilität der Aufnahmen mit den Actionscams von GoPro haben wir wertvolle Erkenntnisse gewonnen. Näheres hierzu möchte ich euch im Blogpost „Schweden Kanutour 2025“ erläutern. Dort erwartet euch eine detaillierte Auflistung der Verbesserungen, die wir vorgenommen haben, sowie neuer Herausforderungen, die uns begegnet sind und die zuvor unberücksichtigt blieben. Es bleibt spannend!

Ich verabschiede mich von euch und erwarte einige vernichtende Kommentare im neuen Blogpost der Schweden Tour 2025! Verewigt euch, aber seid lieb. ❤


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