Kanutour 2025: Abenteuer am Bolmensee

Video Schweden 2025 ist noch in Bearbeitung. URL wird bei Fertigstellung angepasst.

Hey Leute, nun endlich der Blog zur Kanutour 2025 auf dem Bolmensee. Wir hatten viele Verbesserungen ins Auge gefasst und umgesetzt, andere Dinge widerum verkackt. Also passt auf, es wird wieder völlig absurd.

Wir sind Ende April wieder nach Schweden an den Bolmensee gefahren, diesmal auf eine Insel, die wir bereits 2024 erkundet hatten. Diese Insel (auch im Video Part 2 zu sehen) war der Ort, an dem wir unsere Sitzbank entdeckt haben! Dort fanden wir eine Fülle an Baumaterialien und mein bescheidener Plan war es, ein Shelter in Form eines Hauses aus Baumstämmen zu errichten. Leider hatte ich mir eine Woche zuvor in Magdeburg am rechten Knie eine Verletzung zugezogen, die eine offene Wunde zur Folge hatte, welche sogar in der Notaufnahme genäht werden musste. Dennoch ließ ich mich von nichts, außer den Schmerzen und der sorgfältigen Reinigung der noch offenen Wunde, abhalten, mein Projekt in die Tat umzusetzen. Während ich an dem Vorhaben arbeitete, empfand ich die Schmerzen weit weniger intensiv, als man es sich vielleicht vorstellen könnte.

Wir fuhren diesmal nachts los, um die Fähre von Rostock nach Trelleborg von 01:00-07:00 zu nehmen. Dies brachte unsere innere Uhr nicht durcheinander, weil der Schlafrythmus beibehalten wurde. Wir kamen erholt beim Bolmen-Camping an. Dort nahmen wir unser Kanu in Empfang. Wir fuhren auf direktem Wege zu „unserer“ Insel. Da dies noch Pre-Season war, waren wir auch die einzigen auf dem See. Wir haben uns nicht so ganz an das sog. Jedermannsrecht gehalten, was besagt, dass wir die Insel am Folgetag zu verlassen haben um Platz für andere Reisende zu machen. Dies war zu dieser Zeit Gott sei Dank nicht nötig. Wir waren quasi allein auf einer großen Insel mitten auf dem zehtgrößten See Schwedens.

Was wir uns vorgenommen haben, ist die Rucksäcke durch Futtertonnen zu ersetzen. Dies war sowohl für den Transport, als auch für die Sortierung der Gegenstände einfacher.

Preethi wollte sich bei dieser Tour auf Feuermachen und Essen kochen konzentrieren. Ich wollte mich mit der Holzverarbeitung auseinander setzen.

Es ist Ende April, und das bedeutet, dass es in Schweden nach wie vor unangenehm kalt ist. Die Nächte sinken auf etwa 0°C, während die Tage, sofern der Wind nicht zu heftig weht und die Sonne sich durch den Himmel kämpft, Höchstwerte von bis zu 10°C erreichen. Doch wie sagt man so schön? Arbeit ist die wärmste Jacke. So machte ich mich voller Elan ans Werk! Mit einem Seil nahm ich Maß, um die Grundrisse des Shelters präzise festzulegen. Dieses Maß verwendete ich später im Wald, um die Baumstämme auf die richtige Länge zu sägen. Anschließend diente mir das Seil erneut als hilfreiches Werkzeug für den Transport zum Camp. Dort entastete ich alle Stämme und schnitt Mulden ins Holz, damit die darauf liegenden Baumstämme stabilen Halt fanden. Wir sprechen hier ausschließlich von nassen Harthölzern, was das Sägen zu einer echten Herausforderung machte. Doch das hielt mich nicht auf – ich wollte meine neue Silky-Säge testen. Und ich kann sie nur wärmstens empfehlen; sie hat großartige Arbeit geleistet und gehört jetzt zu meinem unverzichtbaren Arsenal für künftige Touren. Selbstverständlich habe ich hierbei eine Überlänge beachtet. Die Stämme sind entsprechend so lang, das nach Zusammenbau die Liegefläche innerhalb des Shelters für 2 Personen waagrecht problemlos möglich ist. Kurze Zwischenfrage: Seid ihr an einer detaillierten Itemliste interessiert?

Die Stille macht mich glücklich. Das ständige Arbeiten in der Natur bereitet mir Freude. Auch der Wind sowie der Duft des Sees und des Waldes tragen dazu bei, dass ich mich zufrieden fühle. Ich kann es nicht anders beschreiben: Ich feiere die Gesamtsituation. Doch um ehrlich zu sein, graute mir vor der Nacht. Hier beginnt eine problematische Fehlentscheidung. Die Temperatur erforderte eine Isomatte mit einem deutlich höheren R-Wert als 2, sodass ich trotz des warmen Carinthia Defense 4 Schlafsacks von unten fror – die ganze Nacht über. Wenn man nachts mal pinkeln musste und dann völlig durchgefroren wieder in den ausgekühlten Schlafsack schlüpfen musste, war das äußerst unangenehm. Es dauerte, bis der Schlafsack innen wieder so warm war, dass ich eventuell einschlafen konnte. Gott sei Dank wurde es früh um 5 hell und ich konnte aufstehen. Ich begann täglich um 5:00 Uhr, Feuer zu machen und Kaffee zu kochen. Manchmal nutzte ich auch den Gaskocher, den wir extra mitgenommen hatten, um nicht jedes Mal Feuer machen zu müssen, um Wasser abzukochen. Ich genoss diese zwei Stunden der Ruhe, in denen Preethi noch schlief und die Sonne langsam aufging, auch wenn es meist völlig bewölkt war. Man spürte, wie die Temperatur langsam stieg und man die Jacke ausziehen konnte. Irgendwann reichte ein Pullover aus. Nachdem ich begonnen hatte, Holz zu sammeln und etwas zu arbeiten, genügte oft tagsüber auch ein T-Shirt. Direkt im Wald war es nicht besonders windig. Windig war es meist an den Schneisen, an den Stellen, wo das Kanu lag oder die Lagerfeuerstelle war, direkt am Wasser.

Ich kam tatsächlich besser voran als gedacht. Ich sammelte vorwiegend größere und schwerere Steine, die ich als Fundament nutzen wollte. Zudem sammelte ich Baumstämme von Kiefern, die hier in Hülle und Fülle vorkamen. Die dicken Stämme plante ich für die Wände, während die leichteren, dünnen Stämme und Äste für das Dach gedacht waren. Während meiner Suche im Wald stieß ich auch auf einige tote Bäume, die ich in Bodennähe absägte. Preethi kümmerte sich später um das Sammeln von Moos, das hier im Überfluss vorhanden war und für das man nicht weit laufen musste.

Beim Filmen wollte ich diesmal weniger sprechen und weniger Selbstgespräche führen. Mein Fokus sollte stärker auf Bushcraft liegen und auf meiner eigenen Interpretation eines Shelters. Natürlich hatte ich geplant, auch darin zu schlafen, aber aufgrund der Temperaturen bitte ich um Verständnis, dass wir im Zelt geblieben sind. Wahrscheinlich hatte das nicht einmal einen großen Unterschied gemacht, aber so bleibt für die Nachwelt endlich etwas Tolles erhalten, dachte ich mir. Ich fand ein angespültes Brett mit einem Nagel, das ich als Hausnummernschild an unser Shelter nagelte. Zudem wurde ein Ball angespült, der stark an Wilson aus dem Film „Verschollen“ erinnerte.

Kleinere Projekte umfassten einen spitzen Speer und die Inneneinrichtung des Shelters mit Aufhängern, Paracord, Karabinern und meinen abgewetzten Handschuhen. Vor der Tür stellte ich einen selbstgebauten, gut funktionierenden Besen ab. Die Lücken zwischen den Baumstämmen füllte ich mit Moos. Des Weiteren fand ich eine alte Holz-Kabeltrommel, die ich als Tisch vor dem Shelter nutzte. Das Dach des Shelters wurde mit zwei Notdecken gestaltet, die mit Stöcken und Steinen gesichert wurden, um ein Zerreißen zu verhindern. Zudem sollte das Dach mit Moos abgedeckt werden, um Wasser zu speichern und ein Durchtropfen zu vermeiden. Ich war erstaunt und stolz, als dies funktionierte. Am letzten Tag regnete es in Strömen, doch innen blieb alles trocken. Das war herrlich und gab mir ein Gefühl von Erfolg, da ich diesen Notfallshelter in größerem Maßstab selbst erbaut hatte, um uns vor Wind und Regen zu schützen. Nachdem ich alles nochmals fotografiert und mit der GoPro festgehalten hatte, traten wir unsere Rückreise an. Wir fuhren eine gute Stunde zurück zu Camp Bolmen, reinigten das Kanu und legten es an den vorgesehenen Ort zurück. Wir meldeten uns ab und erhielten Duschmarken, mit denen wir heiß duschen konnten. Nach dem Duschen verabschiedeten wir uns und fuhren zu einem Restaurant mit hervorragenden Bewertungen auf Google. Dort schaufelten wir uns Tonnen von warmem Essen hinein und tranken etliche Badewannen voll Kaffee. Völlig entspannt und gut genährt fuhren wir zurück in Richtung Trelleborg, um die Fähre nach Rostock zu nehmen und schließlich mit dem Auto nach Hause zu unserer Katze in Magdeburg zu fahren. Wir waren froh, dort gewesen zu sein, und freuen uns, wieder zu Hause zu sein. Unser geliebtes Haustier, eine warme Dusche und all das nach einer nahezu perfekten Projektrealisierung.

Fazit: Nach drei Jahren Kanucamping in Schweden mit kontinuierlichen Entwicklungsschritten möchten wir nun etwas anderes ausprobieren. Unser Ziel zieht uns zwar am 29. Dezember 2025 erneut nach Schweden, doch Abwechslung kann manchmal sehr bereichernd sein. Wenn ihr erfahren möchtet, welche Touren uns bevorstehen, schaut gerne in die Rubrik „Quests“ auf der Hauptseite!

Gerne würde ich eure Meinung und vor allem eure eigenen Gefühle, die ihr vor, während und nach der Reise habt, erfahren. Schreibt bitte einen netten Kommentar, ob es euch ähnlich ergeht wie uns oder ob ihr vom Mindset her ganz anders seid. Vielleicht kann ich von euch lernen! Es zeigt letztlich aber wieder, wie wichtig eine optimierte Ausrüstung und Klamotten sind, grade wenn es um kältere Temperaturbereiche geht.

Zum Schluss noch eine Diashow, um euch Einblicke in die Gegebenheit vor Ort zu geben:

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